Projekt sborového domu ÈCE v Praze 4 - Chodovì
Ein neues Gemeindehaus der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder (EKBB)
Militsch-von-Kremsier-Haus * Prager Südstadt – Chodov


Militsch-von-Kremsier-Haus, Prager Südstadt – Chodov- Projektentwurf

Ziel des Projektes

Die bestehenden Gebäude der EKBB-Gemeinde in Prag-Spoøilov sind zu klein und in einem schlechten technischen Zustand (instabile Fundamente), so daß keine Sanierung durchgeführt oder ein Anbau errichtet werden kann. Der Bau eines neuen Gemeindehauses verfolgt drei Ziele:

  • Räume schaffen, die dem derzeitigen Bedarf der Gemeinde gerecht werden und sicherstellen, daß sie ihre Aufgaben erfüllen kann
  • den Sitz der Gemeinde in das Zentrum ihres Einzugsgebietes verlegen, also in die Plattenbausiedlung der Südstadt, die zu den größten ihrer Art gehört
  • mit der direkten Nachbarschaft zum Asylhaus die bestehenden Bindungen an soziale Arbeit verstärken

Bauherr:

Pfarrgemeinde der Evangelischen Kirche der Böhmischen Brüder Praha – Spoøilov
Adresse:
Farní sbor ÈCE
Nechvílova 1825/24
CZ - 148 00 Praha 4
Tschechische Republik

Kontaktpersonen:

Tomáš Bísek, Pfarrer Tel. + 420 – 271 910 339, e-mail: bisek@iol.cz
Pavel Hejda, Kurator Tel. + 420 – 272 920 086 (Vorsitzender des Gemeindevorstands)e-mail: pavel.hejda@centrum.cz

Bankverbindung:

Èeskoslovenská obchodní banka, poboèka Praha-Pankrác,
Konto Nr 476047613/0300

1. Schilderung der Kirchengemeinde

1.1 Zur Geschichte der Gemeinde

Vor mehr als fünfzig Jahren entstand in Spoøilov eine Gemeinde der EKBB. Die Gemeindemitglieder errichteten damals unter sehr ungünstigen politischen und wirtschaftlichen Bedingungen ein Gebäude, das noch heute der Gemeinde dient. Seit dieser Zeit weitete sich jedoch der Einzugsbereich der Gemeinde durch den Bau der Siedlung Spoøilov und vor allem durch den Bau der Südstadt aus, wo mittlerweile die Hälfte der Gemeindemitglieder leben. Die Kapazitäten des Gemeindehauses reichen für die Aktivitäten nicht mehr aus, einerseits herrscht Platzmangel (nur 80 Sitzplätze in der Kirche und 18 weitere in einem angrenzenden Raum), anderseits liegt es außerhalb des heutigen Zentrums der Gemeinde, und nicht zuletzt ist der technische Zustand so schlecht, daß eine grundlegende Sanierung ausscheidet.

Der Gemeindevorstand trug sich bereits Ende der siebziger Jahre ernsthaft mit dem Gedanken, mit der Unterstützung von Partnern in der Niederlanden ein Gemeindezentrum in der Südstadt zu errichten, das gleichzeitig für die Umgebung Räume für verschiedene soziale und kulturelle Aktivitäten böte. Nach 1989 gelang es in Zusammenarbeit mit der Stadtteilvertretung, einen geeigneten Bauplatz zu finden. Die ungeklärten eigentumsrechtlichen Verhältnisse unmittelbar nach der Revolution und andere Faktoren verkomplizierten jedoch das weitere Vorgehen sehr. Die versprochenen Finanzmittel aus Holland wurden unterdessen in dringende Projekte umgeleitet.

Eine klare Problemlösung zeichnete sich vor drei Jahren mit dem dringenden Appell des Asylhauses in Chodov ab, das Gemeindehaus auf seinem Grundstück zu bauen. Das Asylhaus deckt sowohl unsere Bedürfnisse wie auch die auswärtiger Obdachloser und anderer Menschen in Not und liegt mitten in dem Einzugsgebiet der Gemeinde. Mit einem Wechsel von ihrem angestammten an diesen zentral gelegenen Ort würde die Gemeinde in die Richtung geführt, die der Prediger Militsch von Kremsier angab, als er vor 600 Jahren in seinen Predigten für ein energisches Engagement für Arme und Bedürftige eintrat.

1.2 Prager Südstadt – Chodov

In der Südstadt leben heute etwa 100 000 Menschen. Die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung lebt in kleinen Wohnungen in vielgeschossigen Plattenbauten. Mit den Bau der Siedlungen in der siebziger und achtziger Jahren löste der Staat die akute Notsituation vieler Familien, die keine Wohnungen hatten. So entstand ein ausgedehnter Stadtteil, der aber für viele kein richtiges Zuhause wurde, sondern nur eine Unterkunft für die Woche von Montag bis Freitag. Zahlreiche Familien fahren an den freien Tagen auf ihre “chata” (Wochenendhäuschen) ins Grüne. Die Zusammensetzung der Bevölkerung in der Südstadt ist sehr heterogen. Hier leben Menschen mit unterschiedlichem Bildungsniveau und aller Alterskategorien nebeneinander, viele allerdings in einer gewissen Anonymität, was dazu führt, daß die Bewohner sich in ihren Wohnungen vergraben und sich für das, was um sie herum geschieht, meistens nicht interessieren.

Das Leben in diesem Siedlungsgebiet ist gekennzeichnet von einer Reihe negativer sozialpathologischer Phänomene. Kinder und Jugendliche haben nicht genügend Möglichkeiten, ihre Freizeit mit einem guten Programm auszufüllen und schließen sich so häufig in Banden zusammen, die in vielen Fällen kriminell tätig werden. Alte Menschen, besonders diejenigen, die bereits in vorgerücktem Alter aus ihren früheren Wohnungen hierher umgesiedelt wurden, fühlen sich in der Umgebung der Plattenbauten oft verloren und vermissen die traditionelle Kommunikation mit den Nachbarn u.ä. Oft sind die alten Menschen die einzigen, die sich tagsüber in den vielgeschossigen Häusern aufhalten, während die übrigen ihrer Beschäftigung nachgehen. Sie verlieren das Gefühl der Sicherheit und vergraben sich so noch mehr in ihren Wohnungen.

Dieses Umfeld ist ein geeigneter Wirkungsort für Agitatoren unterschiedlicher Art, und auch verschiedene Sekten machen sich hier geltend. Zur ursprünglichen Bebauung Chodovs gehört eine römisch-katholische Kirche, die bis vor kurzem das einzige kirchliche Objekt im Gebiet der Südstadt war. Die römisch-katholische Kirche betreibt derzeit noch ein ökumenisches Zentrum in einem ehemaligen Kindergarten, da die Versammlungsräume in der Kirche sogar für die Pfarrei nicht mehr ausreichen. Einmal pro Monat findet in diesem Zentrum ein ökumenischer Gottesdienst statt, an dem sowohl der Pfarrer wie auch einige Mitglieder der Evangelischen Gemeinde Spoøilov teilnehmen.

1.3 Zusammenarbeit mit dem Asylhaus

Mitte 1998 nahm die Gemeinde eine rege Zusammenarbeit mit dem Asylhaus in der Donovalská-Straße auf. Dieses Asylzentrum wurde als Bürgervereinigung “Gemeinsamer Weg” gegründet. Es bietet Menschen eine Unterkunft, die obdachlos geworden sind, sei es durch das Auseinanderbrechen ihrer Familie oder durch den Verlust ihres Arbeitsplatzes und damit der Möglichkeit, die Miete bezahlen, und auch Flüchtlingen aus anderen Ländern. Die Bürgervereinigung bietet außer psychosozialer Hilfe etwa 40 Menschen im Asylhaus Wohnung, mehr als die Hälfte davon Kinder, darüber hinaus Beratungsdienste für die Bewohner in der Umgebung im Rahmen der sogenannten Bürgerberatung. Zudem bietet es Kindern, die keinen Zugang zu Computern haben, die Möglichkeit, ihren Internet-Anschluß zu nutzen.

Die Gemeinde wurde eingeladen, bei der Betreuung der Bewohner des Asylhauses mitzuhelfen. Die Offenheit und das Vertrauen gegenüber der EKBB ist ein Appell und eine Verpflichtung, die nicht ignoriert werden darf. Der Vorschlag, das Gemeindezentrum auf dem Grundstück des Asylhauses zu errichten, ging von der Leitung des Asylhauses selbst aus und wurde von der Gemeinde und den Behörden vor Ort, denen das Grundstück gehört, angenommen.

Von Anfang an entwickelte sich besonders stark die Arbeit mit Kindern. In diesem Schuljahr treffen sich zwei Gruppen zu Bibelstunden. An ihnen nehmen sowohl Kinder aus dem Asylhaus wie auch aus dem umliegenden Siedlungsgebiet teil. Geleitet werden die Treffen vom Gemeindepfarrer, einer Presbyterin und zwei Jugendlichen aus der kirchlichen Jugendarbeit.

Regelmäßige Gespräche über Glauben, Kirche und die heutige Welt, initiiert auf Anregung von Mitarbeitern des Asylhauses und dem Gemeindepfarrer, stehen allen Interessierten offen.

2. Das Projektvorhaben

2.1 Kern der Tätigkeiten des Gemeindehauses – das Projekt Begegnung

Mit dem Militsch-von-Kremsier-Hauses wollen wir Raum schaffen für Begegnungen. In der gesellschaftlichen Atmosphäre des wachsenden Individualismus, die noch durch die Anonymität der Neubaugebiete gesteigert wird, sprechen uns die in den Evangelien geschilderten Begegnungen Jesu von Nazareth mit den Menschen neu an. Jesus, in der traditionellen Religiosität seiner Zeit erzogen, orientierte sich dabei nicht nur an den religiösen Institutionen, sondern widmete sich oft mit provozierender Art und Weise auch Außenseitern, denen die damalige Gesellschaft mit Misstrauen begegnete. Die Menschen, denen er half, hat er zu nichts gezwungen, manchmal hat er sie nicht einmal herausgefordert, seine Nachfolger oder Jünger zu werden. Wenn sie das taten, war das ihre freie Entscheidung.

Es zeigt sich, dass das Beispiel von Jesus unter den gegenwärtigen Bedingungen wirksamer ist als die – biblisch gesehen auch legitime - direkte Evangelisation. Das ist die Situation der tschechischen Gesellschaft, die nach den Jahren kommunistischer Vorherrschaft gegenüber jeder Ideologie vorsichtig ist, ebenso gegenüber dem unseligen Agitieren einer Reihe von Sekten nach 1989. Das erfolgreiche Wirken nichttraditioneller christlicher Vereinigungen in der Südstadt lässt den Durst der Menschen nach der Weitergabe einer Hoffnung für das Leben in Form eines christlichen Zeugnisses ahnen. Wir erachten es für vorteilhaft, wenn eine Gemeinde da ist, die versucht, ihren Glauben – geprägt durch einen brüderisch- reformatorischen Hintergrund – einzubringen und ihre Hoffnung, durch die auch in unserer Zeit viele Menschen hier und an vielen anderen Orten der Welt leben. Wir erhoffen uns, dass der Ort der Begegnung in der Gemeinde der EKBB für viele zu einer persönlichen Herausforderung wird und zu einem erfüllten Leben verhilft. Erfreulich ist auch das rege Interesse der Gemeindevertreter – die in ihrer Haltung die Meinung zum Ausdruck bringen, dass die Existenz einer christlichen Gemeinschaft in Form einer traditionellen Gemeinde gut, ja notwendig ist.

Das Programm des Gemeindehauses ergibt sich aus dem bewährten Lebensstil evangelischer Gemeinden, in denen außer Gottesdiensten auch Treffen verschiedener Generationen, aber auch interessierter Gruppen Platz finden ebenso wie die soziale Arbeit, aber auch gelegentliche kulturelle Aktionen. Diese Aktivitäten sollen für die Öffentlichkeit bedeutend ausgeweitet und geöffnet werden. Vor allem wollen wir den Kindern ein interessantes Programm anbieten, die angesichts der ganztägigen Beschäftigung der Eltern oft allein über die Gestaltung der Freizeit entscheiden müssen und dabei als Quelle der „Unterhaltung„ und der Erholung oftmals den Konsum von Drogen suchen oder ihre Umgebung verwüsten. Es ist auch ein großer Bereich für Begegnungen der älteren Generation gedacht. Diese Menschen verlieren bisweilen mit dem Übergang in den Ruhestand bisherige Kontakte und gesellschaftliche Bindungen. Unter den Bedingungen der Neubaugebiete leiden sie unter Einsamkeit, was durch die allgemeine Alterung des Wohngebietes immer mehr in den Ruhestand gehende Einwohner betreffen wird.

Für beide Seiten wird die Zusammenarbeit von Kirche und der Bürgervereinigung „Auf gemeinsamem Wege„, besonders die enge Nachbarschaft mit dem Asylhaus eine erhebliche Rolle spielen. Die freiwillige Beteiligung von Kirchenmitgliedern an den Vereinstätigkeiten, einschließlich der seelsorgerlichen Hilfe bei der Bewältigung von schwierigen Lebenssituationen einiger Klienten des Asylhauses, hilft zum gegenseitigen Kennenlernen, zur Überwindung der Isolation der Bewohner des Asylhauses und dadurch auch zur besseren Integration in die Gesellschaft.

Eines der Projektziele ist es, die Beziehungen zwischen den Generationen zu beleben. Im Unterschied zur Mehrzahl der Organisationen, Vereine oder Vereinigungen will die christliche Kirche ein unkomplizierter Versammlungsort aller Generationen sein. Nicht nur die Gottesdienste werden einen Charakter haben, der zwischen den Generationen vermittelt, sondern auch gemeinsame Ausflüge oder kulturelle Unternehmungen, die auch öffentlichen Charakter haben sollen. Der Dialog der Generationen wird auch dadurch gefördert werden können, wenn Kinder und Jugendliche am Programm für die ältere Generation beteiligt werden und umgekehrt.

Die nachfolgende Aufstellung umfasst die wesentlichen Aktivitäten, die in unserem neuen Gemeindezentrum Raum bekommen sollen. Das Programm wird nach den sich wandelnden Bedürfnissen und entsprechend der Reaktionen der Beteiligten ständig erweitert und aktualisiert werden.

  • Gespräche über den Glauben, die Kirche und die heutige Welt werden Parallelen zu den Bibelstunden bilden, die zum Vertiefen der Bibelkenntnisse und der christlichen Lehre bestimmt sind.
  • Die Kinderbibelstunden sind schon in der Gegenwart offene Veranstaltungen für Kinder aus der Gemeinde, aus dem Asylhaus und des umliegenden Wohngebietes. Sie sollen in dieser Weise fortgeführt werden.
  • Unter den Gemeindemitgliedern gibt es Menschen, die in der Lage sind, auf professionelle Weise Veranstaltungen mit künstlerischer, musikalischer oder sprachlich-kommunikativer Ausrichtung durchzuführen. Ihnen soll die Gelegenheit gegeben werden, ihre Fähigkeiten auszuprobieren und das Gemeindeleben zu bereichern.
  • Ein Pfadfinderzentrum entstand in der Gemeinde von Spoøilov bereits 1990. Die Treffen fanden anfangs auf dem Boden der Gemeinde statt, später wurden für bestimmte Aktivitäten, die mehr Platz brauchten, Räume im Kellergeschoss eines Plattenbaus gepachtet. Jetzt erhielten sie die Kündigung und fanden Zuflucht in der evangelischen Kirchengemeinde in Prag-Nusle, d.h. verhältnismäßig weit entfernt vom gegenwärtigen Wohnort der Kinder. Die Unterbringung der Pfadfinder mit all ihren Aktivitäten im neuen Gemeindehaus wird diese Probleme lösen. Durch das neue Zuhause kann dem Pfadfinderzentrum die Stabilität seiner Arbeit sowie die Aufnahme weiterer Kinder aus dem Wohngebiet ermöglicht werden.
  • Das Pfadfinderzentrum wird freizeitliche Aktivitäten in der Natur (Ausflüge, Spaziergänge, Spiele) einem Kreis von Kindern anbieten, der über die eigenen Mitglieder hinausreicht.
  • In der Gemeinde gibt es eine aktive Jugendgruppe. Das Programm, das sie selbst erarbeiten, hat ein sehr weites Spektrum. In dem neuen Gemeindehaus erhalten sie einen geeigneten Ort zur Ausübung ihrer Vorhaben.
  • Außerhalb der organisierten Programme soll das Gemeindezentrum ausreichend Raum für die Begegnung zwischen der jüngeren und älteren Generation bieten.
  • In Zusammenarbeit mit der Diakonie der EKBB werden in den Räumlichkeiten des Gemeindehauses Kurse für die Öffentlichkeit veranstaltet, die auf unterschiedliche Arten von Pflege ausgerichtet sind, z.B. auf die Pflege von Familienmitgliedern mit speziellen Erkrankungen.
  • In Zusammenarbeit mit der Bürgervereinigung werden Vorträge über soziale Themen für die Öffentlichkeit veranstaltet. Die Bürgervereinigung wird die Räume des Gemeindehauses ebenfalls für die Veranstaltung von Fachseminaren und Kursen in dem Fall nutzen können, wenn die eigenen Räumlichkeiten nicht ausreichen.
  • Bei der Veranstaltung von kulturellen Aktionen werden wir besonders mit der kulturellen Einrichtung des Chodovská tvrz (die Festung von Chodov) zusammenarbeiten, die ungefähr einhundert Meter vom Gemeindehaus entfernt ist. Da die Räumlichkeiten im Chodovská tvrz bedeutend kleiner sind als der Gottesdienstsaal des Gemeindehauses, kann sich dadurch z.B. das Programmangebot von Konzerten wesentlich erweitern. Zudem wird es möglich sein, die historische Orgel zu nutzen, die aus den bisherigen Räumlichkeiten der Gemeinde in das neue Gemeindehaus gebracht werden soll. Die Gemeinde wird aber auch weiterhin ihre eigenen kulturellen Veranstaltungen haben.
  • Bei der Veranstaltung von Ausstellungen rechnen wir mit der Zusammenarbeit mit Chodovská tvrz, die in unserem Haus künstlerische Ausstellungen veranstalten wird, als auch mit der Bürgervereinigung, die beispielsweise die Probleme der Sozialarbeit oder der Asylanten thematisieren werden.

Der Aufbau des Gemeindehauses kommt nicht ohne die kräftige finanzielle Hilfe ausländischer Spender, vor allem kirchlicher Organisationen, aus. Wir wünschen uns besonders, dass wir auch nach Beendigung der Bautätigkeiten Kontakt haben werden und einige von ihnen das Programm des Gemeindehauses auch inhaltlich bereichern können.

2.2 Beschreibung des Objektes

Das Gemeindezentrum ist als teilweise unterkellertes zweigeschossiges Gebäude unter Ausnutzung des Dachgeschosses geplant. Es soll sich aus mehreren Funktionseinheiten zusammensetzen, die in unterschiedlichem Maß miteinander verbunden sind.

Kern des Objektes ist ein Versammlungs- und Gottesdienstraum für die Gemeinde. An den Saal schließen zwei Flügel an, von Südwesten die Pfarrerwohnung und von Nordwesten ein Komplex weiterer Räume, die für das tägliche Leben der Gemeinde bestimmt sind.

Im Souterrain befinden sich Wirtschafts- und Technikräume der Pfarrerwohnung, zwei Garagen sowie Lagerräume, außerdem ein Klubraum für die Jugend und Räume für Sportgeräte und Freizeitausrüstung.

Das Dachgeschoß ist für Entlüftungsanlage und weitere Lagerräume vorgesehen.

Im Erdgeschoß befinden sich die zentralen Gemeinderäume: eine Eingangshalle mit einem Empfangspult, der Hauptsaal, ein Klubraum, der durch eine bewegliche Wand vom Saal abgetrennt werden kann, eine Garderobe, Sanitärräume, eine Küche. Der Hauptsaal ist in Form eines Kreisausschnittes geplant. In der Mitte seht der Altar, von dem aus das Heilige Abendmahl ausgeteilt wird und von dem auch alle weiteren gottesdienstlichen Aktivitäten der Gemeinde gemeinsam mit der Predigt ausgehen. Um diese Mitte herum sind die Sitzreihen für die Gottesdienstbesucher angeordnet. Für die heilige Taufe ist Raum im Radius des Kreises vorgesehen. In unmittelbarer Nähe des Kreises ist auch die Orgel situiert. Ein Teil des Saales bildet der Chor. Die Gesamtkapazität des Raumes umfaßt 170 Sitzplätze, beim Aufstellen von Tischen 120 Sitzplätze.

Im zweiten Untergeschoß sind weitere Klubräume vorgesehen, die für unterschiedliche Gemeindezusammenkünfte genutzt werden können. Der Vorraum hat einen Mehrzweckcharakter, er eignet sich beispielsweise auch als Ausstellungsraum.

Das Objekt umfaßt vier Räume mit einer Kapazität für 32, 22, 16 und 10 Personen, der Klubraum für die Jugendlichen im Souterrain bietet 38 Personen Raum.

In dem Gemeindezentrum befindet sich auch eine Vier-Zimmer-Wohnung für den Pfarrer mit Arbeitszimmer und einem Gästezimmer mit eigenem Sanitärraum. Die Wohnung ist als Maisonettewohnung (auf zwei Geschossen) konzipiert..

Das ganze Objekt wird von einem Turm ergänzt, der eines der Hauptcharakteristika des Objektes bildet. In seinem Inneren befindet sich ein Treppenhaus, das Souterrain, Erdgeschoß, erstes Obergeschoß und Dachgeschoß miteinander verbindet. Daneben befindet sich ein Aufzug, der den rollstuhlgerechten Kontakt mit allen öffentlich zugänglichen Räumen des Hauses ermöglicht.

Bestandteil der Projektdokumentation ist auch eine Studie, die verschiedene Alternativen für die Beheizung des Objekts zur Auswahl stellt (Anbindung an Fernheizung, Gaskessel, Wärmepumpe).

2.3 Vorbereitung des Baues

Die Pläne für das neue Zentrum wurden von dem Architekten Jiøí Veselý vorbereitet und im Gespräch mit der Gemeinde, der Evangelischen Theologischen Fakultät und beratenden Fachleuten weiterentwickelt. Der Gemeindevorstand bildete zwecks engerer Zusammenarbeit mit dem Architekten eine Arbeitsgruppe. Das Fortschreiten der Vorbereitungen für den Bau ist regelmäßig Thema im Gemeindevorstand und bei der jährlichen Gemeindeversammlung.

Die Synode der EKBB befaßte sich Spoøilov bei ihrer Tagung im Mai 2001 mit dem Bauvorhaben der Gemeinde und verabschiedete folgenden Beschluß: Die Synode ist sich der Bedeutung der Aktivität der Kirche im Umfeld großer Siedlungen bewußt. Sie begrüßt die Absicht der Gemeinde Spoøilov, ein Gemeindehaus in der Prager Südstadt zu errichten und empfiehlt den entsprechenden kirchlichen Organen und Gemeinden sowie weiteren Partnern, dieses Vorhaben nach ihren Möglichkeiten und im Einklang mit den gegebenen Regeln zu unterstützen.

Das Bauvorhaben eines Gemeindehauses in der Siedlung und seine Anbindung an soziale Dienste weckte auch das Interesse bei den Partnern im Ausland. Eine Spende der Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern anläßlich des 10. Jahrestages der politischen Veränderungen war einer der Impulse, der die Gemeinde ermutigten, mit den Vorbereitungen des Bauvorhabens zu beginnen.

Viele Gäste aus dem Ausland besuchten bereits das Asylhaus und informierten sich detailliert über das Projekt. Besonders erwähnenswert ist eine Konsultation im Oktober 2000, an der Vertreter der Evangelischen Landeskirche der Pfalz, des HEKS und der Schottischen Reformierten Kirche teilnahmen. Eine lebhafte Diskussion und kritische Anmerkungen der ausländischen Partner führten zur Veränderung von Teilen des Bauprojektes und brachten auch neue Impulse hinsichtlich eines größeren Engagements der Gemeinde am Ort des geplanten Baus.

Das Bauvorhaben wird auch von Vertretern der örtlichen Kommunalverwaltung unterstützt und zwar sowohl von denjenigen des Stadtteils Südstadt wie auch von denen des Prager Magistrats. Der Bürgermeister der Südstadt nahm an einigen Verhandlungen teil. Die Stadtteilvertretung stellte das nötige Baugrundstück (Langzeitmiete) zur Verfügung, und zwar zu dem günstigen Preis für 2,40 Kè pro m2 und Jahr.

Die Baugenehmigung wurde im September 2002 erteilt. Am 14. November wurde der Bauvertrag für den Rohbau mit der Firma Teltras AG abgeschlossen. Die Firma wurde aus neun Bewerbern ausgewählt.

Karte der Kirchengemeinden in Prag

3. Baukosten und Finanzierung

3.1 Kosten

CZK EURO
Baukomplex 23 860 000 795 333
MWSt 5%1 193 000 39 767
Inneneinrichtung 1 500 000 50 000
Projektdokumentation 1 325 000 44 167
Insgesamt 27 878 000 929 267

3.2 Zeitplan

Phase 0 Projektdokumentation, Baugenehmigungsverfahren 2001/02 1 325 000 44 167
Phase 1 Rohbau: Nov. 2002 bis Juli 2003 13 142 000 433 333
Phase 2 Ausbau: August 2003 bis Dezember 2004 13 411 000 451 767
Insgesamt 27 878 000 929 267

3.3 Spenden (erhalten bzw. fest zugesagt, April 2003

Spenden aus dem Inland CZK EURO
Spenden der Mitglieder der Gemeinde Spoøilov 768 000 25 600
Stadt Prag 150 000 5 000
Hieronymusverein, EKBB Spenden 700 000 23333
Spenden aus dem Ausland:
Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern 1 818 230 60 607
Evangelische Landeskirche der Pfalz 191 625 6 389
Evangelische Landeskirche der Pfalz 1 576 000 52 533
Church of Scotland 856 170 28 539
Colonial Church Edina, Minnesota, USA 190 961 6 365
HEKS 600 000 20 000
Evangelische lutherische Landeskirche Sachsen 450 000 15 000
Iona Community, Privatspenden und GAW: 176 457 5 882
Iona Community, Privatspenden und GAW,aufgeschlüsselt:
The Iona Community Family Groups (Edinburgh and Glasgow) – 16 900,
The Iona Community Associates’ Advisory Group, Scotland - 22 000,
Herr Beindorf, Rijswijk, NL – 8 500, D. Millington, Ludlow, GB – 54 000,
U. Langenhan, Korntal, D – 1 800, Hans van der Horst, NL - 15 000,
Dalbeattie Parish Church, Scotland – 8 306,
The Iona Community Common Fund, Scotland - 16 393,
Verzoeningskerk Rijswijk, NL – 7 643, U.Langenhan, Korntal, D – 3 418,
The Iona Community Family Group Glasgow South GB - 5 400,
Gustav-Adolf-Werk, D - 17 097.
Insgesamt 7 477 433 249 248

3.4 Finanzierungsplan bis 2004

Erhoffte Spenden
Deutsche evangelische Landeskirchen (EKD) 2 500 000 83 333
Holländische Kirchen 1 500 000 50 000
Holländische Stiftungen 1 500 000 50 000
Holländische Partnerkirchengemeinden 300 000 10 000
Kirchen in Großbritannien 1 500 000 50 000
Kirchen in USA 600 000 20 000
GAW 750 000 25 000
HEKS 1 800 000 60 000
Hieronymusverein, EKBB – Spenden 300 000 10 000
Spenden der Mitglieder der Gemeinde Spoøilov 300 000 10 000
Andere lokale Spenden 200 000 6 667
Insgesamt 11 250 000 375 000

Costs (in CZK, incl. VAT)
Paid To pay Total
Architect's, Consultant's and Local authority fees 1,591,456 302,741 1,894,197
Construction 21,198,638 12,855,762 34,054,400
Furnishings and fittings 1,500,000 1,500,000
TOTAL 22,790,094 14,658,503 37,448,597

Financial situation in August 2004 (in CZK, incl. VAT)
To pay 14,658,503
In the bank account 2,760,433
Promised gifts for 2004
- GAW Germany 1,000,000
- Evangelische Kirche in Baden, Germany 750,000
Shortage 10,148,070

Sources of money received so far:

Members and friends of the congregation (Prague - Sporilov)
Jeronymova jednota CCE
Congregations of Prague Presbytery
City of Prague
Local authority

Gifts from fraternal churches abroad:

Bavarian Lutheran Church, Germany
Pfalz United Church, Germany
Evang.-Lutherisches Landeskirchenamt, Sachsen, Germany
Konsistorium der EK, Sachsen, Germany
Evang. Kirche in Hessen u. Nassau, Germany
Sprengelkollegiums, Gottingen, Germany
Evang. Kirche, Rheinland, Germany
Protestantische Gemeinde, Hochstadt, Germany
The Church of Scotland (World Mission Department)
Dalbeattie Parish Church, Scotland
Verzoeningskerk Rijswijk, the Netherlands
Colonial Church EPINA, Minnessota, USA,
The House of Hope, St. Paul, Minnesota, USA
People's Congregational Church, Bayport, Minn., USA
United Reformed Church, North Thames Synod, England
Nottinghill Methodist Church, London, England

Gifts from organisations abroad:

The Iona Community Family Groups in Edinburgh, Glasgow and Fife, Scotland
The Iona Community Associates' Advisory Group, Scotland
The Iona Community Common Fund, Scotland
Gustav-Adolf-Werk, Germany
Schröterstiftung, Ludwigshafen, Germany
'Konfirmanden Spende', Bremen - Osterholz, Germany
'Konfirmanden Spende', Hasslocher protestantische Kirchengemeinde, Germany
Diakonisches Werk der Evang.-reformierte Kirche, Leer, Germany
Verwaltungsamt, Altenkirchen, Germany
HEKS, Switzeland
Freundeskreis der Iona Community, Germany

Gifts from private donors abroad:

Mr Beindorf, Rijswijk, The Netherlands
Mr D. Millington, Ludlow, GB
Frau U. Langenhan, Korntal, Germany
Mr Hans van der Horst, The Netherlands
Rev. and Mrs. J. Michael, USA
Mr and Mrs P. Bisek, USA
Rev. Heinz Raulf, Boxberg-Bobstadt, Germany

Bank Account: Ceskoslovenska obchodni banka a.s. Hlavni pobocka Praha 2
Account No.: 476047613/0300 - Praha Pankrac,
IBAN: CZ03 0300 0000 0004 7604 7613
BIC: CEKOCZPP

© jizni-mesto.evangnet.cz (2000 - 2017)